Produktivität dank weniger Regulation, BR Deiss zur administrativen Entlastung von KMU
An der heutigen Kurzveranstaltung der CVP im Rahmen der Kantonsratswahlen hat Bundesrat Joseph Deiss sein Versprechen an die KMU der Schweiz bestärkt: Mit dem Auftrag des Gesamtbundesrates nimmt er den Kampf gegen die übermässige Bürokratie und für die Vereinfachung und Informatisierung der administrativen Pflichten der Schweizer KMU in die Hand. Bis Ende 2006 soll ein Bericht über alle Massnahmen vorliegen. Dazu gehört zum Beispiel die Vereinfachung der Mehrwertsteuer. Deiss macht dazu eine plausible Milchbüechli-Rechnung: Spart jedes KMU eine Stunde Arbeit pro MwSt-Abrechnung und einen Beratertag des externen Steuergehilfen, wird in der Schweizer Wirtschaft fast eine Milliarde Franken frei. Umgekehrt hat Deiss heute auch die Wirtschaft aufgefordert, nicht neue Ideen für wieder neue Regulationen zu entwickeln. Die Bürokratie hat nämlich, so Deiss, drei Eigenschaften: 1. Sie ist hartnäckig, 2. sie hat eine lange Lebenserwartung und 3. sie hat die Tendenz sich selber zu entwickeln. Die Zunahme der Regulationsdichte zeigte Pierin Vincenz, Vorsitzender der GL bei der Raiffaisen Bank in St. Gallen, eindrücklich: von 10 relevanten Regelwerken 1990 für die Banken ist die Zahl auf gut 110 im 2005 angestiegen. Norbert Hochreutener hat uns dann gleich vorgeführt, was Schweizer Pragmatismus sein kann: "Ich werde meinen Vortrag nicht halten. Wir haben eine Stunde für die Referate und eine Stunde für den Apéro abgemacht. Wenn ich jetzt auch noch rede, dann können wir diesen Plan nicht einhalten." Er hat mit dieser Abkürzung die Produktivität der Anwesenden wohl gesteigert. Die CVP hat uns zum Schluss der Veranstaltung ihren Kandidaten aus der KMU-Welt vorgestellt: Konrad Hädener, CEO der Nexplore AG, vertritt nicht nur die KMU, sondern auch die ICT-Dienstleister der Schweiz. Seine liberale, tiefgründige und auch erfrischend provokative Rede war produktiv. Hädener setzte sich für ein Umdenken ein: Statt die Arbeitsplätze der Vergangenheit zu schützen, wünscht er sich Kräfte, die die Arbeitsplätze der Zukunft sichern. Diese Kräfte müssen dann wohl die Frauen und Mannen sein, die aus der freigewordenen Milliarde Franken mit Kreativität und Geschäftssinn für das Wachstum der Schweizer Wirtschaft sorgen.
Sagen Sie BR Deiss Ihre Meinung zur administrativen Belastung in der Schweiz:
http://www.kmuinfo.ch/pl/befragung/
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