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Eine Story zum Schmunzeln

ZurichMobileOffice

…aber echt wahr. Als Mobile-Worker schätze ich das schöne Wetter ganz enorm, arbeite ich doch oft zwischen zwei Kunden-Meetings im Freien auf einer Parkbank. Oftmals an bester Lage, mitten in der Stadt (siehe Foto) und für mein Mobile-Office an bevorzugter Lage bezahle ich nichtmal Miete. Auf alle Fälle war heute Freitag mal wieder ein solcher Traum-Tag, die Sonne scheint, ich arbeite auf meinem Tablet PC mit UMTS Card, sende noch rasch ein paar Mails bevor es zum nächsten Meeting geht, und da steht auf einmal ein älterer Herr neben mir.

Keine Seltenheit, immer wieder wird man angesprochen, wenn man unterwegs arbeitet und muss / darf die unterschiedlichsten Auskünfte zu Computer und Anwender-Problemen geben. Aber heute erschien ein besonderer Herr vor mir. Er ist 78 Jahre alt, rüstig und anscheinend ein ehemaliger Konstrukteur (ex ABB). Er kam soeben von Fust, wo er sich bezüglich seines Drucker-Stau Problems beraten liess. Nur hat er den Berater nicht ganz verstanden, irgendwas war da noch unklar. Ich habe ihm dann die Lösung gesagt. Da lachte er und war “gottenfroh”, dass er nicht nochmals zu Fust zurückgehen muss, der Verkäufer hätte ihn sowieso schon so schräg angeschaut. Auf alle Fälle begann er zu diskutieren. Er habe sich vor 3 Jahren einen Laptop gekauft und sei total fasziniert. Früher hätte er sich bei der Arbeit immer gegen dieses Zeugs gewehrt, doch jetzt beschäftigt er sich damit mit grosser Freude. Fotos, E-Mails, Texte und kleine Bücher produziert er auf seinem Laptop. Hat sich Bücher wie “Windows, Einstieg für Senioren” gekauft, schneidet alle Tipps und Tricks aus dem Tages-Anzeiger aus und archiviert diese, damit er nachschauen kann, wenn er mal was braucht und suchte lange nach einem Drucker, wo die Tinten-Patronen nicht ein Vermögen kosten. Er hat aber aufgegeben, weil es ein furchtbares Durcheinander mit Modellen, Grössen, Preisen und Qualität sei. Der gute Mann deckt sämtliche Anschlüsse mit einem Schutz ab, wenn die Putzfrau kommt und hat ein Stahlrohr am Tisch montiert, wo er die Netzteile unterbringt, damit diese nicht abstrahlen (ist Elektromagnet-Sensitiv). Den Akku des Laptops bewahrt er bei 8 Grad im Kühlschrank auf, damit die Lebensdauer maximiert wird und die Tintenpatronen nimmt er jedesmal aus dem Drucker und bewahrt diese in einem geschlossenen Behälter auf, damit sie nicht soschnell austrocknen. Und weil es Freitag ist, habe ich dem Herrn der Mechanik meinen Tablet PC vorgeführt. Das war ein echtes Highlight für ihn. Er hat innerhalb von wenigen Sekunden mindestens 3 Argumente gefunden, weshalb er unbedingt einen Tablet PC haben muss. Das ist absolut faszinierend, das glaube ich nicht, kann man das wirklich kaufen? Wie heisst das nochmals? Wo kann ich das kaufen? Kann ich mit dem auch ………

Ja, der Mann ist mit seinen 78 Jahren im digitalen Zeitalter gelandet und ist mit leichtem Schritt und glänzenden Augen davon gehüpft.

In diesem Sinne, ein digitales, sonniges Wochenende.

Posted on Freitag, Juni 9, 2006 by Registered CommenterMarcel Meier | Comments1 Comment | References1 Reference

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Chapeau. Der junge Mann wäre ein toller Tester für Hardware und Software.
Juni 12, 2006 | Unregistered CommenterHarald Taglinger

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